Recruiting und Onboarding von Trainees in digitalen Zeiten.

Katja Haag und Eva Neumeyer betreuen die Trainees der DZ BANK. Wir haben nachgefragt, wie die Pandemie als Digitalisierungsbeschleuniger den Aufgabenbereich in den letzten Jahren verändert hat.

Bewerbungsprozess und Onboarding von Trainees: Was hat sich geändert? 

Frau Haag, in den letzten drei Jahren wurden Remote Work und digitale Meetings immer selbstverständlicher. Wie hat sich das auf die Rekrutierung und das Onboarding von Trainees ausgewirkt?

Katja Haag: Wir haben in den letzten zweieinhalb Jahren komplett digital rekrutiert. Mittlerweile findet unser Recruiting teils digital, teils präsent statt. Bewerberinnen und Bewerber reichen ihre Unterlagen online ein und auch das zeitversetzte Videointerview erfolgt digital. Danach finden Interview und Fallstudie in Präsenz statt. Im Anschluss erfolgt eine direkte Entscheidung, inklusive eines Feedbacks. Ein klares Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Unternehmen, bei denen eine Entscheidung zum Teil bis zu mehreren Wochen dauert.

Zeitversetztes Videointerview

Bewerberinnen und Bewerber bekommen fünf schriftliche Fragen gestellt, die sie an ihrem Computer per Browser und Webcam in einem Video beantworten. Dafür haben sie in der Regel zwei Minuten Zeit für die Vorbereitung und eine Minute und zwanzig Sekunden für die Beantwortung. Wann sie die Antworten aufnehmen und zurücksenden bestimmen sie selbst.

Frau Neumeyer, bei den StartUp-Days – dem Onboarding – sind Sie zu Präsenzveranstaltungen zurückgekehrt. Was sind die Gründe – und wie kommt das bei den Trainees an?

Eva Neumeyer: Die Möglichkeit zum persönlichen Netzwerken ist ein Hauptgrund, warum wir so schnell wie möglich wieder zu Präsenzveranstaltungen zurückgekehrt sind. Fachlich und technisch können wir alles digital und remote durchführen. Doch der Austausch, das persönliche Miteinander, gibt dem ersten Kennenlernen der Trainees untereinander eine andere Qualität – und einen klaren Mehrwert. So wurde es uns auch von den Trainees bestätigt.

Welche Vorteile sehen Sie in einer hybriden Arbeitskultur, wenn also Remote und Präsenz nebeneinander existieren?

Katja Haag: Im Recruiting finde ich beides spannend. Zur Präsenz sind wir auch zurückgekehrt, weil wir so die Bewerbenden besser kennenlernen können – und umgekehrt. Remote ist dann gut, wenn wir flexibel sein müssen, beispielsweise bei Bewerberinnen und Bewerbern, die ein Semester oder Praktikum im Ausland absolvieren, die wir für das Bewerbungsverfahren remote dazuschalten können.

Ist Home-Office trotzdem auch ein Thema?

Eva Neumeyer: Ja, denn es geht darum, flexibel zu sein und mobil arbeiten zu können. Die Trainees bekommen ihr eigenes Notebook und können damit in der DZ BANK sowie auch von zuhause aus arbeiten. Sichere Zugangswege dafür können wir gewährleisten.

Wie viele Trainees werden in einem Kalenderjahr rekrutiert? Wie oft finden Onboardings statt und wie lange dauert das Traineeprogramm?

Katja Haag: 2023 beabsichtigen wir über 60 Trainees einzustellen. Aktuell absolvieren 31 Trainees unser Programm. Wir haben Trainee-Programme im Angebot, die sowohl 12 als auch 18 Monate laufen. Dafür bieten wir drei Start-Termine an, jeweils im Mai, August und November.
 

Zum Schluss noch eine Frage zur Mitarbeiterbindung: Wie stellen Sie sicher, dass sich Trainees mit den Werten und der Kultur der Bank identifizieren?

Eva Neumeyer: Wir achten bereits im Bewerbungsverfahren auf die entsprechende Motivation einer Bewerberin oder eines Bewerbers. Daran erkennen wir, ob sich Bewerbende mit uns und unseren Werten auseinandergesetzt haben. Bewerbende fallen uns besonders dann positiv auf, wenn sie sich auf diese Werte schon in ihrem Motivationsschreiben oder im Videointerview beziehen. Wir freuen uns, wenn unsere Haltungsdimensionen wahrgenommen und geteilt werden.

Vielen Trainees ist es wichtig, dass ihr zukünftiger Arbeitgeber Haltung zeigt, weltoffen ist und sich zu Themen wie Nachhaltigkeit engagiert, so wie die DZ BANK. Wir stellen fest, dass Trainees die Wertvorstellungen ihres Arbeitgebers häufig mindestens genauso wichtig sind wie Karrierechancen und Benefits.

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