Compliancekultur für Integrität und Verlässlichkeit.

Der Bereich Compliance in der DZ BANK sorgt dafür, dass Vorgaben und Regeln der Behörden umgesetzt und eingehalten werden. In einem Compliance-Jahresbericht, der dem Vorstand, dem Aufsichtsrat und der EZB gegenüber offengelegt wird, werden getroffene Maßnahmen dokumentiert, eventuelle Defizite aufgezeigt und Maßnahmen zur Behebung festgehalten.

Warum Compliance für die DZ BANK selbst, aber auch in der Zusammenarbeit mit Kunden und Dienstleistern wichtig ist, erklärt der verantwortliche Bereichsleiter Dr. Michael Lange im Gespräch.

Herr Dr. Lange, was bedeutet eigentlich Compliance und was ist die Aufgabe Ihres Bereichs?

Ganz allgemein steht der Begriff Compliance für die Einhaltung von gesetzlichen Bestimmungen, regulatorischen Standards und die Erfüllung weiterer, wesentlicher und von der Bank selbst gesetzter ethischer Standards und Anforderungen. Konkret heißt das: Compliance muss den Risiken entgegenwirken, die sich aus der Nichteinhaltung rechtlicher Regelungen und Vorgaben durch Mitarbeiter der Bank, gleich welcher Stellung, oder auch durch Kunden ergeben können. Nach dem Willen des Gesetzgebers ist der Bereich Compliance ein Instrument des Vorstandes zur ordnungsgemäßen Umsetzung aller rechtlichen Anforderungen, deren Nichteinhaltung zu einer Vermögensgefährdung der DZ BANK führen könnte. Denn die Nichteinhaltung von Regeln kann zu Unternehmensstrafen, Bußgeldern, Gewinnabschöpfung oder dem Verfall des durch den Gesetzesverstoß erzielten Gewinns führen. Dazu droht noch ein erheblicher Reputationsverlust, der mit einem zusätzlichen finanziellen Verlust einhergehen kann.

Wir müssen also wirksame Verfahren zur Einhaltung der für die Bank wesentlichen Regelungen und Vorgaben erarbeiten und entsprechende Kontrollen umsetzen. Ein typisches Beispiel dazu ist die Geschenke-Richtlinie, die im Detail regelt, welche Geschenke angenommen oder verschenkt werden dürfen. Oder welche Einladungen Mitarbeiter annehmen dürfen. Damit können wir Mitarbeiter vor strafrechtlichen Konsequenzen schützen, die sich aus dem Vorwurf der Bestechlichkeit oder der Bestechung ergeben können und die Bank damit vor Reputationsverlust schützen. Des Weiteren fordert der Gesetzgeber ausdrücklich, dass in jeder Bank eine Compliancekultur geschaffen wird. Unsere Arbeit erstreckt sich aber nicht nur auf die DZ BANK, sondern auch auf unsere Auslandsfilialen und unsere Konzerntöchter.

Sie haben die Compliancekultur erwähnt. Können Sie kurz erklären, was damit gemeint ist?

Als Compliancekultur werden die Grundeinstellungen und Verhaltensweisen, die von der Unternehmensleitung vermittelt werden, bezeichnet. Eine Compliancekultur soll allen Mitarbeitern sowie Kunden und Lieferanten des Unternehmens die Bedeutung vermitteln, die das Unternehmen der Beachtung von Regeln beimisst, und damit bei allen Beteiligten die Bereitschaft zu regelkonformen Verhalten fördern. Vor diesem Hintergrund ist die frühzeitige und umfassende Information der Mitarbeiter zu regulatorischen Änderungen ebenso wie die Sensibilisierung der Mitarbeiter durch Schulungen ein wichtiger Teil unserer Arbeit. Indem wir uns zu einer Compliancekultur verpflichten und die Regeln einhalten, vermitteln wir unseren Geschäftspartnern Integrität und schaffen Vertrauen. Kunden und Dienstleister können sich darauf verlassen, dass unsere Zusammenarbeit auf rechtskonformen Regeln basiert, die von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eingehalten werden.

Wie schafft es Ihr Bereich denn konkret, diese Compliancekultur in der Bank zu verankern?

Unsere Arbeit besteht grundsätzlich aus zwei Elementen: Beratung und Unterstützung bzw. Überwachung und Bewertung der Fachbereiche. Insbesondere der Aspekt der Beratung und Unterstützung ist uns wichtig. Wir beraten die Fachbereiche bei Anfragen zu Compliance-Themen oder neuen rechtlichen Anforderungen. Darüber hinaus informieren wir laufend über Themen rund um das Compliance und begleiten Umsetzungsprojekte bei bedeutenden Rechtsnormänderungen mit hohen Compliance-Risiken. Schließlich halten wir auch ein fortschrittliches Hinweisgebersystem vor, das den Mitarbeitern die Möglichkeit einräumt, auf etwaige Auffälligkeiten oder Unregelmäßigkeiten hinzuweisen. Hierdurch sollen sowohl finanzielle Schäden wie auch Reputationsschäden vermieden werden. Zu unseren Aufgaben gehört allerdings auch, dass wir regelmäßig und anlassbezogen eine Risikoanalyse und Überwachungshandlungen bei erheblichen Compliance-Risiken durchführen.

In der Praxis sind wir Partner für alle Bereiche in der Bank. Gemeinsam setzen wir neue rechtliche Anforderungen so um, dass das erfolgreiche Geschäftsmodell der Bank, beispielsweise die Emission von Wertpapieren, auch unter neuen Vorzeichen weiter funktioniert. Damit sorgen wir für Verlässlichkeit und Kontinuität nach innen und außen.

Sicherlich müssen Sie für Ihre Aufgaben über umfangreiche Informationen über die Abläufe in der Bank verfügen. Wie stellen Sie das sicher?

Der Gesetzgeber hat dem Compliance weitgehende Befugnisse mitgegeben. So muss der Bereich Compliance in sämtliche relevanten Informationsflüsse eingebunden werden, die für die Erfüllung der Aufgaben von Bedeutung sein können. Dazu gehören der Zugang zu allen relevanten Informationen sowie ein uneingeschränktes Auskunfts-, Einsichts- und Zugangsrecht zu sämtlichen Räumlichkeiten und Unterlagen. Glücklicherweise müssen wir auf diese Befugnisse allerdings so gut wie nie zugrückgreifen, weil wir mit allen Fachbereichen der Bank eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten. Auch das gehört für uns zu der von der europäischen Aufsicht geforderten Compliancekultur, und die funktioniert in unserem Haus sehr gut!

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